Einleitung und

methodische Erläuterung

 

Was tut man eigentlich, wenn man den allmählichen Niedergang der Kultur bemerkt? Wozu schreibt man, wenn keiner mehr lesen kann? Und wie stellen sie sich eigentlich vor, dass man sich an uns erinnern wird?

Die "Erinnerungen an die Zivilisation" von Gerald Reuther sind Randnotizen zu einer "Großen Zivilisationsgeschichte" in 72 Bänden und mit über 51.008 Seiten, die natürlich nur als Idee existiert. Demnächst erläutert Reuther an dieser Stelle wenigstens einmal, was ihn zu seiner gewagten Untergangsthese inspiriert hat und warum die Kolumne das ohnehin zugemüllte Internet unbedingt um noch eine Rubrik bereichern musste.

Eine Einleitung der Superlative! In jedem Fall werden darin klangvolle Namen vorkommen: Niklas Luhmann, Hans Blumenberg, Jacques Derrida, Jean-Francois Lyotard, Michel Foucault,  Paul Virilio, Hans-Jörg Rheinberger, Friedrich Kittler, Richard Sennett, Paul Feyerabend, Alfred North Whitehead, Thomas Kuhn, Georges Bachelard, Ernst Mach, Werner Heisenberg, Edgar Wind,  Wolfgang Pauli, Bertrand Russell, Kurt Gödel, Lewis Carroll, Carl-Friedrich von Weizsäcker, Georg-Friedrich Hegel, Arthur Schopenhauer, Immanuel Kant, Isaac Newton, Robert Boyle, Robert Hooke, Athanasius Kircher, René Descartes, Blaise Pascal, Thomas Hobbes, Johannes Kepler, Nikolaus Kopernikus, Galileo Galilei, Augustinus, Nicolai de Cusa, Aristoteles, Sokrates, Platon, Euripides, Sophokles und Anaximander sind vorab für alle Interessierten eher schon kanonische Pflichtlektüre. Reuther verrät aber schon mal: "Es ist eben ein Grundstock. Da kommt ja schon fürs methodische Fundament einiges dazu."

Wir müssen uns allerdings entschuldigen: Vorerst ist der systematische, eher langweilige und eigenbrötlerische Letztentwurf noch reine Fiktion. Reuther hofft sogar, dass er das auch noch eine Weile bleiben wird, denn:

"Was schon vorher sehr lange währt, ist hinterher auch nur überflüssig."

 

 

von Gerald Reuther

 

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